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Alfred Adler

Alfred Adler, 1870 in Wien geboren und aufgewachsen (gestorben 1937), Allgemeinmediziner und Nervenarzt. Er gehörte 1902 zu den Gründungsmitgliedern der „Mittwochsgesellschaft“ Sigmund Freuds. 1911 kam es zum Bruch mit Freud.

1911, also vor über 100 Jahren, ist dann aus der Auseinandersetzung Alfred Adlers mit der Psychoanalyse Freuds die Individualpsychologie hervorgegangen. Adler gründete seinen „Verein für freie Psychoanalyse“, aus dem 1913 der „Verein für Individualpsychologie“ hervorgegangen war.

Alfred Adler ging in seinem Menschenbild von der Einheit der Persönlichkeit aus - vom Individuum. Individuum heißt übersetzt „das Unteilbare“. Adler sah den Menschen im Spannungsfeld zwischen eigenen Bedürfnissen und den Forderungen der Gesellschaft, also in seinen Beziehungen zu den Mitmenschen. Diese Sichtweise ist für unsere heutige Gesellschaft immer noch hochaktuell.

Die Einheit der Persönlichkeit bedeutet, dass in jeder einzelnen Lebensbewegung eines Menschen sein Lebensgefühl und seine Sicht von der Welt enthalten sind. In seinen Bewegungen steckt zugleich auch der Versuch, Gefühle von Nichtzugehörigkeit und Minderwertigkeit zu überwinden. Der Mensch hat also unbewusst seine Lebensbewegung von Anfang an auf ein Ziel hin ausgerichtet. In diesem Gefüge bekommt jede Fehlentwicklung, jede Krise, jedes Symptom einen Sinn, den es in Psychotherapie und individualpsychologischer Beratung zu erschließen gilt.

Psychische Probleme und psychosomatische Erkrankungen verstehen wir immer als Ausdruck seelischer Not, unbewusster Konflikte und missglückter Selbstheilungsversuche. In den vielfältigen, individuell gestalteten Symptomen erkennen wir Überlebensstrategien, die sich nach innen (als für den Menschen selber) wie auch nach außen (für die Mitmenschen) zerstörerisch auswirken können.

Indem wir versuchen, die Dynamik dieses Prozesses jedes Mal neu zu verstehen und die ihm innewohnenden schöpferische Kraft zu erkennen, können wir unseren Klienten und Patienten in Beratung und Psychotherapie helfen, neue Zusammenhänge in sich selbst zu entdecken und innerlich und äußerlich neue Wege für ihr Leben zu finden. Dieses auf das Individuum ausgerichtete Vorgehen ist von besonderer Bedeutung in einer Zeit, in der der einzelne Mensch in der Menge unterzugehen droht.

Von 2007 bis 2010 ist im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht eine siebenbändige Studienausgabe der wichtigsten deutschsprachigen Werke Alfred Adlers erschienen. Sie ist sowohl thematisch als auch historisch gegliedert und dokumentiert Adlers Theorieentwicklung in den verschiedenen Feldern. In den Einleitungen und Fußnoten werden die Bezüge zum zeitgenössischen Umfeld aufgezeigt und Hinweise auf die Weiterentwicklung der Ideen Adlers gegeben. Die einzelnen Bände wurden von namhaften Autoren der Individualpsychologie herausgegeben.

 

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